Eisgenuss bei Diabetes Typ 2, KHK und pAVK

Viele Menschen mit Diabetes Typ 2, Herzkranzgefäßerkrankungen (KHK) und peripherer arterieller Verschlusskrankheit (pAVK) im Stadium IIa (Oberschenkeltyp) fragen sich, ob und wie sie in der Eisdiele ein Eis genießen können.

Die Herausforderung besteht darin, dass Zucker den Blutzuckerspiegel schnell ansteigen lässt (schlecht für Diabetes und langfristig schädlich für die Blutgefäße), während große Mengen gesättigte Fette (wie in Sahne) eher gemieden werden sollten, da sie die Arterienverkalkung bei KHK und pAVK weiter fördern.

Trotz dieser Einschränkungen ist ein gelegentlicher Eisgenuss möglich, wenn man die richtigen Entscheidungen trifft. Hierbei kommt es besonders auf die Zusammensetzung des Eises an.

Warum Sorbets und Wassereis problematisch sind

Oft wird angenommen, dass Fruchteis gesünder sei. Für Menschen mit Diabetes Typ 2 ist in der Eisdiele oft das Gegenteil der Fall: Wassereis und Fruchtsorbets bestehen fast ausschließlich aus Wasser und großen Mengen Zucker. Da Fett und Eiweiß fehlen, gelangt der Zucker rasend schnell ins Blut. Die Folge: Der Blutzuckerspiegel schießt rasant in die Höhe.

Milcheis und Nuss-Eissorten als bessere Alternative

Milch- oder Sahneeis enthält neben Zucker auch Fett und Eiweiß. Diese Makronährstoffe sorgen dafür, dass die Magenentleerung verlangsamt wird und der Zucker langsamer in die Blutbahn übergeht. Der Blutzuckerspiegel steigt dadurch flacher und kontinuierlicher an.

Aber Achtung bei KHK und pAVK: Das tierische Fett in stark sahnehaltigem Eis (gesättigte Fettsäuren) ist ungünstig für ohnehin schon verengte Blutgefäße. Die ideale Lösung in der Eisdiele sind daher Sorten, die pflanzliche, ungesättigte Fette enthalten – wie zum Beispiel Nusseis

Empfehlungen: Welche Eissorten Sie bestellen sollten und welche nicht

Gut geeignet (langsamere Blutzuckersteigerung & gefäßfreundlicher)

  • Nusseis (Haselnuss, Walnuss, Pistazie): Nüsse enthalten wertvolle, herzgesunde ungesättigte Fettsäuren. Diese schonen die Gefäße bei pAVK und KHK. Gleichzeitig bremst der Fett- und Ballaststoffanteil der Nüsse den Blutzuckeranstieg.
  • Zartbitter-Schokoladeneis: Hat meist einen geringeren Zuckeranteil als Vollmilchschokolade. Dunkle Schokolade enthält zudem herzschützende Flavonoide.
  • Joghurt- oder Quark-Eis: Enthält im Vergleich zu reinem Sahneeis oft weniger ungesundes tierisches Fett, liefert aber dennoch genug Eiweiß, um den Blutzucker zu puffern (sofern von der Eisdiele nicht extrem stark gezuckert).
  • Zuckerfreies Eis (falls angeboten): Eis, das mit Zuckeraustauschstoffen (wie Erythrit, Stevia oder Xylit) gesüßt ist, ist optimal für den Blutzuckerspiegel. Fragen Sie in der Eisdiele ruhig nach zuckerreduzierten Alternativen.

Nicht geeignet (besser meiden)

  • Fruchtsorbets und Wassereis (Zitrone, Erdbeere, Waldmeister etc.): Führen durch den hohen reinen Zuckeranteil ohne Puffer zu einem extrem schnellen und starken Blutzuckeranstieg.
  • Eissorten mit extra Zucker, Teig und Keks: Sorten wie Cookies, Karamell, Brownie, Schoko-Keks oder Tiramisu haben oft noch zusätzlichen Zucker und einfache Kohlenhydrate (Weißmehl) eingearbeitet.
  • Extrem sahnehaltige Sorten: Reine Sahnesorten (wie Stracciatella, Sahne-Kirsch, Malaga) enthalten viele gesättigte tierische Fette, die bei fortgeschrittener Arterienverkalkung (KHK und pAVK) ungünstig sind, sowie oft extra Zuckerzusätze.

Weitere wichtige Tipps für den Eisdielen-Besuch

  1. Den Pappbecher statt der Waffel wählen: Die Eiswaffel liefert zusätzliche, unnötige Kohlenhydrate (Zucker und Weißmehl), die den Blutzuckerspiegel noch weiter ansteigen lassen.
  2. Auf süße Toppings verzichten: Süße Saucen (Schoko, Karamell, Erdbeer), bunte Streusel oder extra Sahne sollten weggelassen werden. Ein gutes, herzgesundes Topping wären stattdessen gehackte, naturbelassene Nüsse.
  3. Das richtige Timing: Essen Sie das Eis am besten als Dessert direkt nach einer Hauptmahlzeit (die Ballaststoffe, gesunde Fette und Proteine enthält) und nicht auf nüchternen Magen. Auch das bremst die Zuckeraufnahme ins Blut.
  4. Bewegung als Medizin: Gerade bei der pAVK im Stadium IIa (Schaufensterkrankheit) ist Gehtraining die absolut wichtigste Basis-Therapie, um Umgehungskreisläufe zu bilden. Auch bei Diabetes Typ 2 hilft Bewegung enorm, den Zucker aus dem Blut in die Muskeln zu transportieren. Ein ausgiebiger Spaziergang direkt nach dem Eisgenuss ist also die perfekte und gesündeste Gegenmaßnahme, um den Blutzuckerspiegel auf natürliche Weise zu senken und die Beindurchblutung zu fördern

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Zuletzt aktualisiert am 14.05.2026 14:25