Naturschutzgebiete in Ahrensburg
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Ahrensburg ist von einem außergewöhnlich dichten Netz an Naturschutzgebieten und geschützten Biotopen umgeben. Zusammen mit den angrenzenden Hamburger Schutzgebieten bildet die Region einen mehr als 1.000 Hektar großen, zusammenhängenden Natur- und Biotopverbund im Übergang von der Südholsteinischen Geest zur Metropole Hamburg.
Die Naturschutzgebiete im Überblick
| Naturschutzgebiet | Fläche (Ahrensburger Anteil / Gesamt) | Lage | Hauptmerkmale & Schutzziele |
|---|---|---|---|
| Stellmoor–Ahrensburger Tunneltal | ca. 339 ha (SH-Teil) / ca. 540 ha gesamt | Südlich von Ahrensburg | Glaziäres Tunneltal, Niedermoore, archäologisches Grabungsschutzgebiet, Moorfrosch, Kranich |
| Höltigbaum | ca. 270 ha (SH-Teil) / ca. 550 ha gesamt | Südöstlich von Ahrensburg | Halboffene Weidelandschaft („Wilde Weiden“), Glanrinder, Mager- und Steppenrasen, „Haus der Natur“ |
| Heidkoppelmoor | ca. 60 ha | Nordöstlich von Ahrensburg | Feucht- und Niedermoorkomplex, Sonnentau, seltene Orchideenarten, Amphibienschutz |
| Ammersbek-Niederung | ca. 150 ha (zusammenhängend) | Nordwestliche Stadtgrenze | Naturnahe Bachaue der Bredenbek/Ammersbek, Feuchtgrünland, Brut- und Rastgebiet für Wasservögel |
NSG Stellmoor–Ahrensburger Tunneltal
Das 1982 ausgewiesene Naturschutzgebiet Stellmoor–Ahrensburger Tunneltal ist das bekannteste Schutzgebiet der Stadt. Es erstreckt sich über rund 339 Hektar auf schleswig-holsteinischem Gebiet und setzt sich auf Hamburger Seite im Naturschutzgebiet Stellmoorer Tunneltal (ca. 202 ha) fort.
- Geologie & Landschaft: Ein tief eingeschnittenes eiszeitliches Tunneltal mit steilen Moränenflanken, Verlandungsmooren, Röhrichtzonen und Fließgewässern (Wandse, Hopfenbach, Stellmoorer Quellfluss).
- Archäologische Bedeutung: Weltweit bekannte archäologische Fundstätten der eiszeitlichen Rentierjäger (Hamburger und Ahrensburger Kultur), die in den 1930er-Jahren von Alfred Rust erforscht wurden.
- Tier- und Pflanzenwelt: Wichtiger Rückzugsraum für Kammmolch, Moorfrosch, Ringelnatter und Eisvogel. Seit 2006 brütet hier auch der Kranich wieder regelmäßig.
Detaillierte Informationen zu Geologie, Archäologie und Wanderwegen finden sich im Hauptartikel Ahrensburger Tunneltal und die Ahrensburger Kultur.
NSG Höltigbaum
Das Naturschutzgebiet Höltigbaum liegt im Südosten von Ahrensburg an der Landesgrenze zu Hamburg (Stadtteil Rahlstedt). Das Gelände wurde jahrzehntelang als militärischer Standortübungsplatz genutzt, wodurch es vor intensiver Landwirtschaft und Bebauung bewahrt blieb.
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│ NSG HÖLTIGBAUM │
│ (Halboffene Weidelandschaft)│
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│ „Wilde Weiden“ │ │ Mager- & Steppen-│ │ „Haus der Natur“ │
│Galloway & Schafe │ │ rasen │ │ Umweltbildung & │
│ verhindern Ver- │ │seltene Heuschrec-│ │ Ausstellungen │
│ buschung │ │ ken & Tagfalter │ │ (Verein Jordsand)│
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- Landschaftsform: Eine sanft wellige Moränenlandschaft mit trockenen Sand- und Steppenrasen, Knicks, kleinen Senken und Feldgehölzen.
- Das Ganzjahres-Weideprojekt: Damit die offene Steppenlandschaft nicht mit Birken und Brombeeren zuwächst, halten dort ganzjährig robuste Weidetiere – vor allem Galloway-Rinder und Schafe – die Vegetation kurz. Naturschützer bezeichnen dieses Verfahren als „halboffene Weidelandschaft“; es lässt ein wechselndes Mosaik aus offenen und bewachsenen Flächen entstehen.
- Flora & Fauna: Spezialisierte Tierarten wie die Blauflügelige Ödlandschrecke, der Neuntöter, die Feldlerche sowie seltene Wildbienenarten finden hier optimale Bedingungen.
- Besucherzentrum: Am Rande des Gebiets (auf Hamburger Seite) befindet sich das „Haus der Natur“ des Vereins Jordsand mit interaktiven Ausstellungen zur eiszeitlichen Landschaft und Naturführungen.
NSG Heidkoppelmoor und Umgebung
Das Naturschutzgebiet Heidkoppelmoor liegt nordöstlich des Stadtzentrums im Übergang zu den ländlichen Gebieten des Kreises Stormarn.
- Charakter: Ein wertvolles Niedermoor- und Zwischenmoorgebiet mit extensiv genutztem Feuchtgrünland, Seggenrieden und Bruchwaldinseln.
- Botanische Schätze: Im Heidkoppelmoor wachsen seltene Moorpflanzen wie der insektenfangende Rundblättrige Sonnentau, das Scheidige Wollgras, Sumpf-Blutauge sowie geschützte heimische Orchideen (u. a. Breitblättriges Knabenkraut).
- Biotopschutz: Durch gezielte Grabenanstauungen und Pflegemaßnahmen wird der Wasserhaushalt des Moores stabilisiert, um den Torfkörper feucht zu halten und Lebensraum für den Moorfrosch zu sichern.
NSG Ammersbek-Niederung
Entlang der nordwestlichen Stadtgrenze zu Ammersbek erstreckt sich die Ammersbek-Niederung:
- Ökologischer Schwerpunkt: Schutz der natürlichen Flussaue der Bredenbek und der Ammersbek.
- Lebensräume: Nasswiesen, Sümpfe, Röhrichtzonen und naturnahe Bachmäander.
- Vogelschutz: Das Gebiet dient als wichtiges Brut-, Rast- und Nahrungsbiotop für bedrohte Wiesenvögel, Wasserrallen, Rohrammern und durchziehende Zugvögel.
Verhaltensregeln für Besucher
Die Naturschutzgebiete in Ahrensburg sind empfindliche Rückzugsräume für gefährdete Tier- und Pflanzenarten. Für alle Schutzgebiete gelten klare Regeln:
- Wegegebot: Bitte auf den ausgewiesenen Wander- und Radwegen bleiben.
- Hunde anleinen: Hunde müssen im gesamten Schutzgebiet ganzjährig an der kurzen Leine geführt werden (Schutz von Bodenbrütern und Weidetieren).
- Pflanzen und Tiere schützen: Keine Pflanzen pflücken, Wurzeln ausgraben oder Tiere stören.
- Kein Feuer und kein Müll: Grillen, offenes Feuer und das Hinterlassen von Müll sind streng untersagt.
Weblinks & Querverweise
- Geografie von Ahrensburg
- Gewässer und Seen in Ahrensburg
- Fauna und Flora
- Ahrensburger Tunneltal und die Ahrensburger Kultur
- Naherholungsgebiete
- Wander- und Radwege
- Verein Jordsand zum Höltigbaum & Haus der Natur
- Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein
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