Gewässer und Seen in Ahrensburg

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Ahrensburg und sein Umland verfügen über ein reich gegliedertes Netz aus Fließgewässern, historischen Teichen und eiszeitlich geprägten Feuchtbiotopen. Hydrogeografisch entwässert das Stadtgebiet überwiegend über das Flusssystem der Alster in Richtung Nordsee (Elbe), liegt jedoch in unmittelbarer Nachbarschaft zur Wasserscheide des Ostsee-Einzugsgebiets (Trave).


Fließgewässer und Gewässersysteme

Die Bäche und kleineren Flussläufe in Ahrensburg haben die Landschaftsgestalt maßgeblich geprägt. Sie fließen größtenteils durch eiszeitliche Schmelzwasserrinnen und Tunneltäler.

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                  │    Hunnau    │
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                         │ (speist Schlossteich)
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│  Bredenbek   │  │Ahrensburger  │
│(Bredenbeker  │  │     Aue      │
│    Teich)    │  └──────┬───────┘
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       │                 ▼
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                 │  Alster-System│ (Richtung Elbe / Nordsee)
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       │
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│    Wandse    │ (mit Hopfenbach & Stellmoorer Quellfluss)
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Die Hunnau

Die Hunnau ist einer der geschichtsträchtigsten Bäche der Stadt. Sie entspringt in den Feuchtgebieten östlich von Ahrensburg und fließt in westlicher Richtung durch das Stadtgebiet.

  • Historische Bedeutung: An einer geschützten Niederung der Hunnau ließ Peter Rantzau im 16. Jahrhundert das Schloss Ahrensburg errichten.
  • Funktion: Die Hunnau speist bis heute die Schlossumflut (den Wassergraben um das Schloss) sowie den Schloss- und Mühlenteich, bevor sie im weiteren Verlauf in die Ahrensburger Aue mündet.

Die Ahrensburger Aue

Die Ahrensburger Aue (oft auch nur Aue genannt) bildet zusammen mit ihren Zuflüssen die zentrale Entwässerungsachse des nördlichen und mittleren Stadtgebiets. Sie nimmt die Hunnau auf und fließt in westlicher Richtung weiter, wo sie sich mit der Bredenbek vereinigt. Im Bereich der Aueniederung finden sich ausgedehnte Feuchtwiesen und Röhrichtbestände.

Die Bredenbek

Die Bredenbek ist ein naturnaher Geestbach, der nördlich von Ahrensburg entspringt.

Die Wandse

Die Wandse entspringt östlich von Ahrensburg im Bereich der Gemeinden Siek und Braak. Sie durchfließt den südlichen Bereich von Ahrensburg und das Stellmoor-Ahrensburger Tunneltal.

  • Verlauf: Nach dem Verlassen des Ahrensburger Stadtgebiets durchquert die Wandse den Hamburger Nordosten (u. a. Rahlstedt, Tonndorf, Wandsbek) und mündet in Hamburg als Eilbek bzw. über die Außenalster in die Alster.
  • Zuflüsse im Stadtgebiet: Zu den wichtigsten Ahrensburger Zuflüssen der Wandse gehören der Hopfenbach und der Stellmoorer Quellfluss.

Hopfenbach und Moorgraben

  • Hopfenbach: Ein kleiner, durch das Tunneltal verlaufender Wasserlauf, der für die archäologische Forschung von Bedeutung ist (hier grub Alfred Rust an den eiszeitlichen Rentierjägerplätzen).
  • Moorgraben: Ein künstlich angelegtes bzw. vertieftes Grabensystem zur Regulierung des Wasserstandes in den Niedermoorzonen (u. a. im Bereich des Heidkoppelmoors).

Wasserscheiden

Das Ahrensburger Stadtgebiet weist eine interessante hydrogeologische Besonderheit auf:

  1. Alster- und Elbeeinzugsgebiet (Nordsee): Nahezu alle Fließgewässer der Kernstadt (Hunnau, Wandse, Bredenbek, Aue) fließen direkt oder indirekt in die Alster und entwässern über die Elbe in die Nordsee.
  2. Trave-Einzugsgebiet (Ostsee): Nur wenige Kilometer nordöstlich und östlich der Stadtgrenze verläuft die Hauptwasserscheide Nordsee/Ostsee. Gewässer wie die Pinnau (Zufluss der Trave) entwässern bereits in das Ostseesystem.
  3. Lokale Binnenscheide im Tunneltal: Im Stellmoor-Ahrensburger Tunneltal liegt eine markante eiszeitliche Schwelle (beim Hof Stellmoor). Das Wasser fließt von dort nach zwei Seiten ab – nach Süden über den Stellmoorer Quellfluss zur Wandse und nach Norden über den Hopfenbach.

Seen, Teiche und Stillgewässer

In Ahrensburg gibt es keine großen natürlichen Naturseen, dafür aber eine Reihe bedeutender historischer Staugewässer, Mühlen- und Schlossteiche sowie wertvolle Moorseen.

GewässerTyp / UrsprungFläche / LageBesonderheit / Nutzung
Bredenbeker TeichHistorischer Mühlenstausee (16. Jh.)ca. 35 ha, im Westen von AhrensburgStrandbad, Segeln, Angeln, Wanderwege
Schlossteich & SchlossumflutSchlossgräfte & BarockteichSchlossbezirkDenkmalgeschützte Gesamtanlage, Hunnau-Speisung
MühlenteichHistorischer MühlenaufstauNahe Schloss AhrensburgEinstiger Antrieb der Schlossmühle
Hoisdorfer TeichketteTeichkomplex / FischteicheSüdöstlicher Stadtrand (Richtung Hoisdorf)Vogelschutz, Feuchtbiotopverbund
Moorseen im TunneltalToteisseen / VerlandungsmooreNSG Ahrensburger TunneltalAmphibienlebensraum, Moorfrosch-Vorkommen

Bredenbeker Teich

Der Bredenbeker Teich ist das größte Stillgewässer im Ahrensburger Stadtgebiet. Er wurde bereits im 16. Jahrhundert durch das Aufstauen der Bredenbek für den Mühlenbetrieb künstlich angelegt. Heute ist der Teich ein beliebtes Ausflugsziel mit einem offiziellen Strandbad („Strandbad Bredenbeker Teich“), einem Campingplatz und einem rund sechs Kilometer langen Rundwanderweg durch schattige Buchenwälder.

Schlossteich und Schlossumflut

Das Schloss Ahrensburg ist von einem vollständigen Wassergraben (der Schlossumflut) umgeben. Zusammen mit dem Schlossteich bildet es ein repräsentatives barockes Wassersystem, das über Wehre an der Hunnau reguliert wird. Es ist Lebensraum für Wasservögel (u. a. Graureiher, Stockenten, Blesshühner) und Fische.

Moor- und Toteisseen

In den Senken des Tunneltals und im Heidkoppelmoor finden sich kleinere Stillgewässer, die als Reste der eiszeitlichen Schmelzwasserseen und Toteisblöcke entstanden sind. Viele dieser Gewässer sind von Verlandungsgürteln, Röhricht und Schwingrasen umgeben.


Gewässerschutz und Renaturierung

In den letzten Jahrzehnten wurden an Ahrensburger Fließgewässern zahlreiche Maßnahmen zur Renaturierung umgesetzt:

  • Rückbau von Sohlabstürzen: Schaffung von Fischtreppen und Sohlgleiten an der Hunnau und Wandse, um die Durchgängigkeit für wandernde Fischarten und Kleinlebewesen (Makrozoobenthos) wiederherzustellen.
  • Uferrandstreifen: Einrichtung von naturnahen Pufferzonen zur Reduzierung von Nährstoffeinträgen aus Landwirtschaft und Siedlungen.
  • Extensivierung der Teichnutzung: Erhalt wertvoller Röhricht- und Flachwasserzonen an den Hoisdorfer Teichen und im Tunneltal als Rast- und Brutplätze für seltene Wasservögel.


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