CMS im Vergleich

Hinweis: Diese Inhalte wurden mit Unterstützung von Künstlicher Intelligenz erstellt und redaktionell überprüft (Transparenzhinweis gemäß Art. 50 EU AI Act).

CMS steht für Content-Management-System, auf Deutsch etwa „Inhalts-Verwaltungs-System" oder Redaktionssystem. Es ist ein Programm, mit dem eine Redaktion eine Website pflegt: Artikel schreiben, Bilder einbinden, Menüs ordnen, das Aussehen festlegen. Anders als bei einem Wiki schreiben meist wenige Leute und viele lesen nur.

Diese Seite prüft, welche offenen CMS zu den Zielen aus Software für ein großes Wissensprojekt passen. Ein CMS ist für dieses Wiki nicht die naheliegendste Wahl – aber einige CMS arbeiten wie das heutige Wiki ohne Datenbank, nur mit einzelnen Textdateien (Fachwort: Flat-File).

Fachwörter wie Open Source, Schnittstelle, REST-API, GraphQL, JSON, Datenbank, Git oder Node.js sind in Software für ein großes Wissensprojekt in einer kurzen Liste erklärt.

Drei Bauarten von CMS

BauartIdeeBeispiele
Klassisch (monolithisch)Ein großes Programm macht alles: Texte speichern, Seite gestalten, ausliefern. Inhalte stecken in einer Datenbank.WordPress, Drupal, TYPO3, Joomla
Headless („kopflos")Das CMS speichert und verwaltet nur die Inhalte und gibt sie über eine Schnittstelle heraus. Das Aussehen baut man getrennt.Strapi, Directus, Payload, Ghost
Flat-File / Git-basiertKeine Datenbank. Jede Seite ist eine Textdatei im Ordner, oft in Markdown, verfolgt mit der Versionsverwaltung Git.Grav, Kirby, Decap, Statamic

Klassische CMS

WordPress

  • Verbreitung: Mit Abstand am größten – ein großer Teil aller Websites läuft damit. Riesige Gemeinschaft, unzählige Erweiterungen. PHP, Lizenz GPL (Version 2 oder später – gilt ebenso für Drupal und TYPO3).
  • Speicher: Datenbank, nur MySQL/MariaDB (kein PostgreSQL).
  • Sicherungsdatei: Eingebauter WXR-Export (kurz für „WordPress Extended RSS", eine XML-Datei mit Beiträgen und Seiten). Praktisch, aber Bilder und einige Einstellungen sind darin nicht enthalten.
  • KI-Zugang: REST-API ist ab Werk dabei.
  • Haken: Für ein Nachschlagewerk mit zehntausenden verknüpften Artikeln ist WordPress nicht gebaut; es glänzt bei Blogs und Firmen-Websites. Große Installationen brauchen sorgfältige Pflege gegen Sicherheitslücken.

Drupal

  • Stärke: Gebaut für große, stark strukturierte Websites mit viel Inhalt. Bei Behörden und Hochschulen für trafficstarke Installationen bewährt. PHP.
  • Speicher: Datenbank – MySQL/MariaDB, PostgreSQL oder SQLite.
  • Sicherungsdatei: Kein einzelner Standard-Export wie bei WordPress; Inhalte exportiert man über Zusatzbausteine (z. B. „Default Content") nach JSON (ein lesbares Textformat für Daten).
  • KI-Zugang: JSON-Schnittstelle und REST sind im Kern enthalten.
  • Haken: Anspruchsvoll zu lernen. Kleinere, aber sehr fachkundige Gemeinschaft.

TYPO3

  • Herkunft: Im deutschsprachigen Raum stark verbreitet, viele Behörden und größere Unternehmen. PHP. Sehr gute Mehrsprachigkeit.
  • Speicher: Datenbank – MySQL/MariaDB, daneben PostgreSQL und SQLite; einige Erweiterungen setzen jedoch MySQL voraus.
  • Sicherungsdatei: Eigene Export-/Import-Funktion (Format T3D bzw. XML).
  • KI-Zugang: REST über Erweiterungen.
  • Haken: Gilt als schwergewichtig. Für sehr große, trafficstarke Installationen gibt es weniger dokumentierte Referenzen als bei Drupal.

Headless CMS

Diese Programme trennen Inhalt und Aussehen. Strapi, Directus und Payload bieten REST- und GraphQL-Schnittstellen (zwei Arten von Abfrage-Schnittstellen für Programme), Ghost nur REST – in allen Fällen gut für KI-Werkzeuge.

Strapi

  • Grundlage: Node.js (Laufzeitumgebung für JavaScript auf dem Server). Strapi hat die mit Abstand größte Gemeinschaft unter den Headless-CMS und einen sichtbaren Baukasten für Inhaltstypen.
  • Speicher: PostgreSQL, MySQL/MariaDB oder SQLite.
  • Lizenz-Einschränkung: Der Kern (Community Edition) bleibt MIT-lizenziert; seit Version 5 sind aber mehr Funktionen – etwa die dauerhafte Inhalts-Versionierung, Freigabe-Abläufe und die zentrale Anmeldung (ein Login für alles, englisch Single Sign-On / SSO) – bezahlten Plänen vorbehalten. Entwicklung genau beobachten.

Directus

  • Node.js, „datenbank-zuerst": Directus legt sich über eine ganz normale SQL-Datenbank – am besten PostgreSQL – und macht daraus sofort eine Schnittstelle. Die Daten bleiben in einfachen, selbst lesbaren Datenbank- Tabellen – keine Abhängigkeit vom Programm.
  • Lizenz-Einschränkung: Nicht mehr voll Open Source. 2023 Wechsel von GPLv3 auf die „Business Source License", inzwischen die „Monospace Sustainable Core License". Kostenlos für kleine Organisationen (unter 5 Mio. US-Dollar Umsatz und unter 50 Beschäftigte); jede Version wird nach vier Jahren GPLv3. Für ein gemeinnütziges Projekt meist unkritisch, aber vorher prüfen.

Payload

  • Node.js/TypeScript, echte offene Lizenz (MIT). Aufbau über Code. 2025 von der Design-Firma Figma übernommen.
  • Speicher: PostgreSQL, SQLite oder MongoDB (eine Datenbank, die Daten als einzelne Dokumente statt als Tabellen ablegt).
  • Jünger und mit kleinerer Gemeinschaft als Strapi oder Directus.

Ghost (Sonderfall)

  • Node.js, offene Lizenz (MIT). Eigentlich für Blogs und Newsletter gemacht.
  • Bester Export der Gruppe: eingebauter JSON-Export des gesamten Inhalts.
  • Speicher: ausschließlich MySQL 8 (SQLite nur zum Entwickeln; MariaDB wird nicht mehr unterstützt).
  • Für ein großes verknüpftes Nachschlagewerk aber zu einfach gestrickt.

Flat-File- / Git-basierte CMS

Diese Gruppe liegt am nächsten am heutigen Aufbau dieses Wikis (Markdown-Dateien

  • Git).

Grav

  • PHP, offene Lizenz (MIT). Keine Datenbank – nur Markdown-Dateien im Ordner, damit von Natur aus datenbank-neutral und gut für Git.
  • Version 2 (stabil seit Mitte 2026) bringt eine REST-API, eine neue Verwaltungsoberfläche, ein Werkzeug für den Umstieg bestehender Grav-1.7/1.8-Seiten und sogar einen eigenen MCP-Server (Model Context Protocol – eine einheitliche Andockstelle speziell für KI-Helfer). REST-API, neue Oberfläche, Migrationswerkzeug und MCP-Server gehören nach Angaben des Grav-Blogs alle zum kostenlosen Kern.
  • Mittelgroße, aktive Gemeinschaft.
  • Haken: Bei sehr vielen Seiten und mehreren gleichzeitigen Autoren gilt das Gleiche wie bei allen Datei-Systemen: Es kann langsam und konfliktreich werden.

Decap CMS (früher „Netlify CMS")

  • Offene Lizenz (MIT). Kein eigenständiges CMS, sondern eine Bearbeitungs-Oberfläche, die man über einen Doku-Generator legt. Die Texte bleiben als Markdown im Git-Lager, keine Datenbank.
  • Damit können auch Menschen, die keine Textdateien bearbeiten möchten, die Inhalte über eine grafische Oberfläche ändern.
  • Haken: Nachdem die Firma Netlify sich zurückgezogen hat, wird das Projekt von der Gemeinschaft weitergeführt – mit kleinerem, wechselndem Team.

Kirby und Statamic

Beide sind sehr solide Flat-File-CMS mit Git-Unterstützung, aber beide Kerne stehen unter proprietären Lizenzen – der Code liegt nur einsehbar auf GitHub.

  • Kirby kostet 99 € (Tarif „Basic", nur bei unter 1 Mio. € Umsatz) bzw. 349 € (Tarif „Enterprise") pro Website. Kostenlose Lizenzen für Studierende und Lehrende; für gemeinnützige Organisationen je nach Fall kostenlos oder vergünstigt.
  • Statamic hat einen dauerhaft kostenlos nutzbaren Kern (unter einer eigenen, nicht quelloffenen Lizenz); erweiterte Funktionen kosten extra („Pro", 349 US-Dollar pro Website).

Für das Ziel „jeder darf alles frei nutzen und weitergeben" sind damit Kirby und Statamic heikel.

Vergleichstabelle

Diese Seite bewertet CMS an den Zielen dieses Projekts. Wie dieselben Systeme technisch mit sehr großen Beständen umgehen – und welche davon überhaupt „echtes" PostgreSQL sprechen –, behandelt die Seite Wie CMS mit Millionen Artikeln umgehen.

ProgrammBauartLizenz voll offen?SpeicherPostgreSQL?Ganzer-Inhalt-ExportSchnittstelleNah am heutigen Aufbau?
WordPressklassischJa (GPL v2+)DatenbankNeinJa – WXR (XML), ohne MedienREST ab WerkNein
DrupalklassischJa (GPL v2+)DatenbankJaÜber Zusatzbausteine (JSON)JSON-API + REST ab WerkNein
TYPO3klassischJa (GPL v2+)DatenbankJa (auch SQLite)Ja – T3D/XMLREST per ErweiterungNein
StrapiheadlessKern MIT, Teile kostenpflichtigDatenbankJaÜber ZusatzbausteineREST + GraphQLNein
DirectusheadlessEingeschränkt (Source-available, MSCL)DatenbankJaDaten liegen offen in SQL-TabellenREST + GraphQLNein
PayloadheadlessJa (MIT)DatenbankJa (auch SQLite)Über Code/SchnittstelleREST + GraphQLNein
GhostheadlessJa (MIT)DatenbankNein (nur MySQL 8)Ja – JSON ab WerkREST (Content + Admin)Nein
Gravflat-fileJa (MIT)Dateien–Ja – der Ordner selbstREST (ab Version 2) + MCPJa
Decap CMSflat-fileJa (MIT)Dateien (über Git)–Ja – der Git-Ordnerarbeitet über GitJa

Empfehlung für dieses Projekt

Ein CMS ist selten die beste Wahl für ein Nachschlagewerk – dafür sind Wiki-Programme gebaut. Muss es doch ein CMS sein, hängt die Antwort von der Bauart ab:

  • Flat-File (beste Passung): Grav (echte offene Lizenz, keine Datenbank, REST-API und KI-Andockstelle in Version 2) oder Decap CMS als reine Bearbeitungs-Oberfläche über einem Doku-Generator. Beide erhalten den heutigen datei-basierten Aufbau. Für einen reinen Datei-Ansatz ohne Oberfläche siehe auch Doku-Generatoren im Vergleich.
  • Klassisch: Drupal, wenn eine Datenbank und sehr viel strukturierter Inhalt gewünscht sind (PostgreSQL, für große Installationen bewährt, Schnittstelle ab Werk).
  • Headless: Directus ist technisch reizvoll (Daten bleiben in offenen PostgreSQL-Tabellen), aber die Lizenz (Monospace Sustainable Core License) vorher genau prüfen.

Quellen


Hinweis: Diese Inhalte wurden mit Unterstützung von Künstlicher Intelligenz erstellt und redaktionell überprüft (Transparenzhinweis gemäß Art. 50 EU AI Act).